Wachholderheide wird geschützt
Damit die Wachholderheide im Herscheider Naturschutzgebiet „Auf der Gasmert" nicht zunehmend vom Wald zurückerobert wird, wurde eine 0,7 Hektar große Teilfläche von Büschen befreit. Faulbaum, Birke, Ahorn und andere Gehölze wurden aus dem Wachholderbestand entfernt. Diese Laubgehölze beeinträchtigen die zwergstrauchreiche Wachholderheide in großem Maße. Die Wacholderheide „Auf der Gasmert" in Herscheid wurde bereits 1943 ausgewiesen und gehört damit zu den ältesten Naturschutzgebieten im Märkischen Kreis. Heute hat das ursprünglich nur aus zwei Teilflächen bestehende Naturschutzgebiet eine Größe von insgesamt 5,2 Hektar. Wacholderbestände wie sie im Naturschutzgebiet „Auf der Gasmert" noch anzutreffen sind gehören in Nordrhein-Westfalen zu den stark gefährdeten Pflanzengesellschaften, obwohl sie einst auch im Sauerland weit verbreitet waren. Heute stellen sie ein bedeutsames Relikt historischer Wirtschaftsformen mit einer großen landschaftsästhetischen Bedeutung dar. Ebenso bieten sie Lebensraum für eine speziell angepasste und charakteristische Tier- und Pflanzenwelt.
Als typische Lichtholzart trat der Wacholder ursprünglich vor allem an Felsen bzw. in Felsgebüschen sowie in lichten, trockenen Wäldern auf. Da der Wacholder von den Weidetieren gemieden wurde, konnte er sich in der Vergangenheit auf den nährstoffarmen und flachgründigen Weideflächen ausbreiten. Durch diese historische Weidenutzung entstand somit eine charakteristische Sonderform der Kulturlandschaft - die Wacholderheide.
Nach Einstellung der traditionellen Weidenutzung sind zur Erhaltung des Wacholders bzw. der Wacholderheiden spezielle Pflegemaßnahmen erforderlich, um ein Zuwachsen der Flächen zu verhindern. Seit mehr als dreißig Jahren sind in Abstimmung mit den Eigentümern immer wieder Pflegemaßnahmen zum Erhalt der Wacholderheiden durchgeführt worden.
Die aktuelle Maßnahme wurde von dem Fachdienst für Naturschutz und Landschaftspflege des Märkischen Kreises durchgeführt. Fachtechnisch begleitet wurde diese Maßnahme von Klaus Kraatz (Tel. 02351/966 6368) und Margit Herzog-Clever (Tel. 02351/966 6397).


