Regenbogenschule Montag komplett in Iserlohn
Die Regenbogenschule kann ab Montag, 28. Juni 2010, ihren kompletten Unterrichtsbetrieb in ihrem Ausweichquartier, der Iserlohner Hauptschule Brüderstraße, aufnehmen. Dann ist der Umzug vom Standort in Hemer komplett abgeschlossen, die Einrichtungsgegenstände wurden vorher gereinigt. Die knapp 135 Schülerinnen und Schüler aus allen zwölf Klassen sowie 20 Lehrerinnen und Lehrer werden dann wieder unter einem Dach vereint sein. In dieser Woche waren bereits die dritten und vierten Jahrgänge von Hemer nach Iserlohn umgezogen.
Diese Informationen hatten die Mitglieder des Kreistages bei ihrer Sitzung am Donnerstag, 24. Juni 2010, noch nicht, als sie von der Verwaltung einen Sachstandsbericht zur Schadstoff-Belastung an der Regenbogenschule zur Kenntnis bekamen. Bekanntlich waren bei Raumluft-Untersuchungen erhöhte Phenol- und Naphthalin-Werte gemessen worden. Die Kreisverwaltung machte noch einmal deutlich, dass erstmals am 7. Mai 2010 Geruchsauffälligkeiten von der Schule mitgeteilt worden waren, die mit gesundheitlichen Symptomen in Verbindung gebracht wurden. Wer hat ab wann was gewusst: Das waren die zentralen Fragen bei der Diskussion. „Konnte man das nicht erkennen? Muss man bei so alten Gebäuden nicht damit rechnen, dass auch Schadstoffe vorhanden sein können“, wollte vor allem Renate Oehmke, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen wissen. Erkennen nein, damit rechnen ja, war die Antwort der Kreisverwaltung. Deshalb habe sich das Gebäudemanagement vor der Sanierung sorgfältig informiert und die asbesthaltigen Baustoffe entfernt. Auch die den Grünen informell zugetragene Vermutung, es könne einen Zusammenhang mit einem Wassereinbruch bei den Bauarbeiten am Dach geben, begegnete das Gebäudemanagement. Wenn man eine Aula im Dachbereich neu baue, dann müsse man auch an der einen oder anderen Stelle mal das Dach aufmachen und es könne regnen. Wasser sei aber nicht der Grund. Der zuständige Fachbereichsleiter Bernd Skowronnek erklärte: „Während der Bauarbeiten hat es keine Geruchsbelästigung gegeben.“ Selbst einem Bauhandwerker, dessen Kind in die Re-genbogenschule gehe, sei nichts aufgefallen. Wer wird wofür jetzt in Regress genommen? Das war eine weitere Frage. Konnte die Stadt Hemer als damalige Eigentümerin mögliche Ge-sundheitsgefahren erkennen? Man prüfe mögliche Schadensersatzansprüche jetzt in alle Richtungen, so das Gebäudemanagement. Gabriele Wallbaum-Strecker, CDU-Kreistagsabgeordnete aus Hemer, wusste zu berichten, die Stadt Hemer habe seinerzeit eine Gefahrenanalyse für das Gebäude der Regenbogenschule gemacht. Die dabei aufgefallenen Schwachstellen seien vor dem Verkauf an den Märkischen Kreis beseitigt worden. Landrat Thomas Gemke sagte im Kreistag zu, dass die Messergebnisse der Gutachterin, die bereits den Eltern in einer internen Schulveranstaltung vorgestellt worden waren, auf die Internetseite des Kreises nachzulesen sind. Man habe nichts zu verheimlichen.


