Knapp 100 kamen zur Integrationskonferenz

Fast 100 Teilnehmer kamen zur Integrationskonferenz ins Lüdenscheider Kreishaus.
Fast 100 Teilnehmer kamen zur Integrationskonferenz ins Lüdenscheider Kreishaus.

Knapp 100 Teilnehmer trafen sich jetzt zur ersten Integrationskonferenz nach der Verabschiedung des Integrationskonzeptes durch den Kreistag im Lüdenscheider Kreishaus. Landrat Thomas Gemke betonte in seiner Begrüßung, dass noch eine gewaltige Strecke in der Integrationsarbeit zu bewältigen sei. „Aber ein Anfang ist gemacht.“ Mit Blick auf die Zusammensetzung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft veranschaulichte Gemke, welche Erfolge mit gelungener Integration zu erzielen seien. Bernd Grunwald von der Koordinierungsstelle des Kreises informierte die Gäste darüber, dass in diesem Jahr zwei vom Land NRW finanzierte Integrationsprojekte anstehen. Das erste be-schäftigt sich mit Frage der Einbürgerung. Etwa 70 Prozent der im Kreis lebenden Ausländer könnten sich einbürgern lassen. Viele scheuen aber diesen Schritt. Welche Hürden und welche Gründe bei der ausländischen Bevölkerung bestehen, soll eine Analyse herausfinden. Darauf aufbauend soll ein Konzept für mehr Einbürgerung entwickelt werden. Dass zweite Projekt zielt darauf ab, das ehrenamtliche Engagement bei Zuwanderern zu stärken. Beispiele aus anderen Kommunen zeigen, dass dies ein vielversprechender Weg ist, um die Qualifikation der freiwillig Tätigen zu verbessern. Rückmeldungen von Schulleiter Gert Wolff und der Leiterin des Familienzentrum „Bärenbande“ aus Hemer verdeutlichten, dass das jetzt abgeschlossene Projekt des Märkischen Kreises, bei dem es um eine stärkere Vernetzung zwischen Grundschulen, Kindertageseinrichtungen und Eltern ging, Früchte getragen hat. Auch Bernd Höller von der agentur mark GmbH lobte die Initiative des Kreises, sich in Sachen Bildung und betrieblicher Ausbildung zu engagieren und berichtete über die Ausbildungsinitiative JOB-STARTER, mit der es gelungen sei, mehr als 114 zusätzliche Ausbildungsplätze bei ausländischen Unternehmern zu generieren. Die Städte Iserlohn, Lüdenscheid und Werdohl stellten ihre Integrationsprojekte vor. Lüdenscheid plant eine Befragung älterer Zuwanderer, um deren Bedarfe und Stärken besser einschätzen zu können. Einen Schritt weiter in Richtung Pflegeberatung geht das Projekt „Pflege-Info-Center“ des Caritasverbandes Iserlohn. Ab September werden „Pflege-Lotsen“ ausgebildet, die ihre Landsleute über das Pflegeangebot informieren sollen. In den Städten Lüdenscheid, Iserlohn und Menden konnte eine deutliche Steigerung bei der Wahlbeteiligung zu den Integrationsräten festgestellt werden. Michaela Ernst von den Museen der Stadt Lüdenscheid gab einige Ausblicke auf die geplante Ausstellung zur Migration im Märkischen Kreis. Ulrich Möller vom Rotary-Club in Lüdenscheid berichtete, das Projekt der „Sprach-Scouts“ sei auch in Lüdenscheid gut angelaufen. Hier geben Oberstufen-Schüler Grundschülern zusätzlichen Sprachunterricht, so dass sich Deutsch-Noten in aller Regel verbessern. Weitere Informationen sind im Internet unter www.maerkischer-kreis.de zu finden.