Mehrere Tausend Suchtkranke suchen Hilfe
Beratungsstellen ziehen Bilanz
Mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zogen die Geschäftsführer der Suchtberatungsstellen im Märkischen Kreis bei einem Treffen in Plettenberg ein Resümee der Arbeit des vergangenen Jahres. Neben der eigentlichen Beratungstätigkeit stand die ambulante Rehabilitation für Suchtkranke im Mittelpunkt.
Für die sogenannten legalen Drogen, also für Alkohol, Medikamente und teilweise für den Bereich der Spielsucht gibt es Beratungsstellen in Iserlohn, Menden, Plettenberg und Lüden-scheid. Zusätzlich bietet der Sozialpsychiatrische Dienst des Märkischen Kreises in den kleineren Städten und Gemeinden Sprechstunden an. Mit diesem Angebot konnten im Jahr 2009 insgesamt 2.250 Bürgerinnen und Bürger erreicht werden, die ein Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenproblem haben, so Lothar Buddinger, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes. Bei 1.144 der Hilfesuchenden konnten im Rahmen intensiver Beratungskontakte die Problem-lagen genauer erarbeitet und gemeinsam mit dem Betroffenen Hilfen gefunden werden.
Die Anonyme Drogenberatung (DROBS) bietet für den Bereich der illegalen Drogen Sprechstunden in Iserlohn, Werdohl, Lüdenscheid und Kierspe an. "Nicht nur die Betroffenen selber sondern auch Angehörige, Berufskollegen und sonstige Bezugspersonen wenden sich ratsuchend an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen." erläutert Stefan Tertel, Geschäftsführer der Anonymen Drogenberatung. So konnten insgesamt 6.209 Bürgerinnen und Bürger Beratung und Hilfe bei der DROBS finden.
Die Suchtberatungsstellen sind nur ein Bestandteil des Suchthilfesystems im Märkischen Kreis. Neben den beiden Psychiatrischen Kliniken mit ihren stationären, teilstationären und ambulanten Behandlungsstrategien sowie dem seit einigen Jahren wachsenden Angebot an Betreutem Wohnen spielen die unterschiedlichsten Selbsthilfegruppen eine entscheidende Rolle im Suchthilfesystem. "Nur durch gute Kenntnis des gesamten Angebotsspektrums und einer engen Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen ist es möglich, für jeden einzel-nen Betroffenen ein passgenaues Angebot vorhalten zu können." so Klaus Ebbing Geschäft-führer des Caritasverbandes Iserlohn.
Seit Anfang 2009 bieten die Suchtberatungsstellen im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung ambulante Rehabilitation für suchtkranke Menschen im an. Hierbei handelt es sich um eine Ergänzung und Erweiterung der schon bestehenden längerfristig angelegten stationären Entwöhnungsangebote durch die Fachklinik Spielwigge und das LWL-Therapiezentrum Ruhr-gebiet. Die ambulante Rehabilitation ist ein auf bis zu Monate angelegtes therapeutisches An-gebot für Menschen mit Suchtproblemen, die aufgrund der noch vorhandenen sozialen Einbindung in der Lage sind, ein bis zwei Mal wöchentlich in Iserlohn, Menden, Plettenberg und Lüdenscheid an den Gruppen- und Einzelgesprächen teilzunehmen. Kostenträger für diese Maßnahmen sind in der Regel die Rentenversicherungsträger. Darüber hinaus wird an den genannten Standorten Nachsorge nach stationären Rehabilitationsmaßnahmen angeboten. "Die hohe Nachfrage schon im ersten Jahr des Bestehens zeigt, wie wichtig gerade diese am-bulanten Rehabilitationen im gesamten Suchthilfesystem sind." so Heinz-Jürgen Vormschlag, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Lüdenscheid-Plettenberg. Beantragt werden sämtliche Rehabilitationsmaßnahmen in der Regel durch die Suchtberatungsstellen bzw. die Kliniken, in denen die Entgiftungsbehandlung durchgeführt wird. Zusätzlich zu den ambulanten und stationären Angeboten gibt es noch eine ganztägig ambulante Rehabilitation durch das LWL-Therapiezentrum Ruhrgebiet in Iserlohn.
"Für die nähere Zukunft ist geplant, die stationären, die ganztägig ambulanten und die ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen im Sinne einer Kombitherapie so weit zu verzahnen, das Übergänge für die Betroffenen von einem in das andere Behandlungs-Angebot problemlos möglich sind." skizziert Lothar Buddinger.
Informationen über die Angebote finden sich im Internet unter www.ars-mk.de bzw. auf den jeweiligen Internetseiten der Beratungsstellen. Telefonische Auskunft gibt es beim Diakoni-schen Werk in Plettenberg, Telefon 02391/9540-0 oder beim Sozialpsychiatrischen Dienst des Märkischen Kreises, Telefon 02351/966-7623.


