Zwangsarbeit im Märkischen Kreis
"... und nach Hause, in die Ukraine, kam ich 1950 ..."
Eine Publikation des Arbeitskreises Märkischer Archivare über den Einsatz von Ost- und Zwangsarbeitern sowie Kriegsgefangenen in der heimischen Industrie und Landwirtschaft.
Ab 1942 wurden in heimischen Betrieben und in der Landwirtschaft, neben den Kriegsgefangenen, verstärkt ausländische Arbeitskräfte eingesetzt, um den kriegsbedingten Mangel an deutschen Arbeitern auszugleichen und zudem die gestiegenen Anforderungen an Arbeitspersonal decken zu können. Die überwiegende Mehrheit dieser Arbeitskräfte waren Zwangsrekrutierte aus den besetzten Ostgebieten (Polen und Russland). Insgesamt dürfte die Zahl dieser Arbeiter für den Bereich des Märkischen Kreises zwischen 15 000 und 20 000 gelegen haben. Die Anzahl der Kriegsgefangenen fehlt hierbei mangels genauer Angaben.
Dargestellt wurden anhand von Originalquellen u.a. die Situation und der Umgang mit Zwangsarbeitern. Themen waren u. a. der Beginn des 2. Weltkrieges, der daraus folgende Arbeitermangel in der deutschen Industrie und Landwirtschaft, die zunächst auf freiwilliger Basis erfolgte Anwerbung ausländischer Arbeiter, die beginnenden Zwangsrekrutierungen, die unterschiedliche Stellung, Behandlung und Versorgung von Ost- und Westarbeitern und Kriegsgefangenen, die Einstellung der einheimischen Bevölkerung zu den Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die Befreiung durch die Westalliierten und die Ausschreitungen nach Ende des Krieges durch die Zwangsrekrutierten, das Problem und die Rückführung der "Displaced Persons" sowie ein Ausblick in die Gegenwart. Hier sollte vor allem das Problem der Anfragen ehemaliger Zwangsarbeiter, die einen Nachweis über ihren Arbeitseinsatz in Deutschland benötigen, sowie die aktuelle Entschädigungsdiskussion Berücksichtigung finden.
Neben einem sachthematischen Inventar mit sämtlichen in den Archiven erhaltenen Quellen wurde auch eine namentliche Auflistung aller eingesetzten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen erstellt. Diese Datei, welche die Beantwortung der im Rahmen der Entschädigungsdiskussion verstärkt gestellten Anfragen ehemaliger Zwangsarbeiter erleichtert, wird noch heute zentral im Kreisarchiv des Märkischen Kreises in Altena geführt und umfasst alle aus den beteiligten Kommunalarchiven gelieferten Daten. Zurzeit sind rund 14 000 Namen erfasst.
Vom 18. Mai 2001 bis 27. Januar 2002 wurde die überaus erfolgreiche Ausstellung im Deutschen Drahtmuseums und anschließend in einer kleineren Auswahl im Kreishaus Lüdenscheid präsentiert.
Der Katalog "Dokumentation zur Geschichte der Zwangsarbeit im Märkischen Kreis" kann zum Preis von 7,50 Euro telefonisch (02352/966-7056), schriftlich (Kreisarchiv und Landeskundliche Bibliothek des Märkischen Kreises, Bismarckstr. 15, 58762 Altena) oder per E-Mail bestellt werden.
(Eine kleine "Kostprobe" können Sie hier einsehen)


