Beratungsstelle gegen gewaltbereite Salafisten

Jugendhilfeausschuss nimmt Bericht zur Kenntnis

Der gewaltbereite Salafismus sei auch im Märkischen Kreis eine "wachsende Strömung", hieß es im Jugendhilfeausschuss. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Der gewaltbereite Salafismus sei auch im Märkischen Kreis eine "wachsende Strömung", hieß es im Jugendhilfeausschuss. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 05.10.2017
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Im Frühjahr nächsten Jahres eröffnet die Beratungsstelle gegen gewaltbereite Salafisten. Mit Sitz in Hagen sind die beiden Mitarbeiter dann zuständig fü­r die Region Ennepe-Ruhr-Kreis, Stadt Hagen und Märkischer Kreis. Das teilte Evelin Schöffer vom Fachdienst Jugendförderung und Kinderbetreuung des Märkischen Kreises in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses mit. Auslöser war die gemeinsame Anfrage der Kreistagsfraktionen von CDU und SPD zum Thema „Prävention gegen gewaltbereiten Salafismus.“


Evelin Schöffer, seit fast drei Jahren in dem Bereich tätig, berichtete vom umfassenden Präventionsangebot für Schulklassen und Jugendgruppen. Dass der gewaltbereite Salafismus eine „wachsende Strömung“ auch in der Region ist, belegte sie mit Zahlen. Im Märkischen Kreis seien 200 Salafisten aktenkundig, in Nordrhein-Westfalen seien die Daten von 2.900 gespeichert und Bundesweit seien es etwa 10.000.


Der Märkische Kreis habe bereits mehrere Informationsveranstaltungen zu dem Thema angeboten – vorwiegend für Fachkräfte aus den Schulen und der Jugendarbeit. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien dadurch in den vergangenen zwei Jahren erreicht worden. Die Einrichtung der Beratungsstelle sei nunmehr ein weiterer Schritt. Die Finanzierung sei mit jährlich rund 180.000 Euro für die zwei Planstellen sowie die Betriebs- und Sachkosten für die nächsten vier Jahre gesichert. Wie Iris Beckmann-Klatt, Fachbereichsleiterin Jugend und Bildung beim Kreis, ergänzend mitteilte, laufen derzeit die Gespräche mit dem Staatsschutz, dem Verfassungsschutz, den beteiligen Kommunen. Es wird ein Freier Träger für die Beratungsstelle gesucht. Beckmann-Klatt: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Das Ziel, die Beratungsstelle im April nächsten Jahres eröffnen zu können, sei realistisch.

Zuletzt aktualisiert am: 05.10.2017