Ortsnamenbuch Märkischer Kreis ist da

Dr. Christiane Todrowski überreicht Landrat Thomas Gemke eines der ersten Ortsnamenbücher. Foto: Ursula Erkens/Märkischer Kreis
Dr. Christiane Todrowski überreicht Landrat Thomas Gemke eines der ersten Ortsnamenbücher. Foto: Ursula Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 04.05.2018

„Die Ortsnamen des Märkischen Kreises“ ist der Titel des zwölften Bandes der Westfälischen Ortsnamensbücher, das soeben erschienen ist. Entstanden ist es im Auftrag der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, herausgegeben von Kirstin Casemir und Jürgen Udolph. Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski überreichte jetzt eine der ersten Ausgaben an Landrat Thomas Gemke, der auch Vorsitzender des Heimatbundes Märkischer Kreis e.V. ist. Das Buch ist eine Fundgrube für Heimat- und Familienforscher. Deshalb hat der Kreisheimatbund die Drucklegung finanziell unterstützt.


Deutet der Name Eisborn auf eine Eisquelle hin, kam Altena einst jemanden zu nahe und leitet sich Kierspe von Kresse oder von Kirschen ab? Was hat es mit der Endung -in in Sirrin, Afrin, Marlin und weiteren Orten im Märkischen Kreis auf sich und wieso ist die Grüne in Wahrheit ein sandiger Boden? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt das druckfrisch vorliegende Ortsnamenbuch für den Märkischen Kreis. Es behandelt 390 Ortsnamen von A wie Affeln (bei Neuenrade) bis W wie Wying (bei Iserlohn). Bedingung: sie müssen vor 1600 erstmals schriftlich belegt sein. Nur wenige der untersuchten Orte existieren heute nicht mehr.


Dr. Christiane Todrowski: „Ortsnamen bewahren altes Sprachmaterial, und weil die schriftliche Überlieferung gerade im Märkischen Kreis zum Teil erst spät einsetzte, sind die Namen eine weit in die vorschriftliche Zeit hineinreichende Quelle, die sprachhistorisch in breiten europäischen Bezügen steht.“ So enthalte beispielsweise der Ortsname Genna dasselbe Element wie Gendringen in der holländischen Provinz Gelderland, oder Ihne, das eine Paralelle in dem polnischen Gewässernamen Ihna habe.


Siedlungsnamen sind wichtige Geschichtsquellen, die Informationen für geographische, archäologische, landes- und ortsgeschichtliche, kultur-, wirtschafts- und rechtsgeschichtliche Forschungen liefern können. Der vorliegende Band präsentiert zu jedem märkischen Ort historische Belege und bisherige Erklärungen und bietet die neueste, wissenschaftlich fundierte Deutung des Namens. Eine Übersichtskarte, ein Verzeichnis mit Erklärungen zu Fachbegriffen, ein Literaturverzeichnis und ein umfangreiches Register runden den Band ab.


Erschienen ist das Buch „Die Ortsnamen des Märkischen Kreises“ im Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2018, 456 Seiten. ISBN 978-3-7395-1112-2. Preis: 34 Euro.

Zuletzt aktualisiert am: 04.05.2018