Industrie und Gewerbe

Es sind vor allem die innovativen Unternehmen der heimischen Region, die sich den Fleiß, das technische Verständnis und die Zuverlässigkeit ihrer Arbeitnehmer zu nutze machen. Die Entwicklung der Betriebe hin zu teilweise marktführenden Unternehmen wäre ohne diese Eigenschaften der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewesen. Dass der unternehmerische Erfindungsreichtum einen ebenso hohen Stellenwert hat, ist unbestritten.

Das verarbeitende Gewerbe ist wirtschaftlich das stärkste Standbein des Märkischen Kreises. 57 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer sind in diesem Bereich tätig. Die Industrie in der Region vollzieht zurzeit einen bemerkenswerten Anpassungsprozess. Insbesondere die klein- und mittelständischen Unternehmen beweisen durch die Entwicklung und Einführung neuer Technologien sowie durch die Realisierung von Produktinnovationen ihre nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Firma erco GmbH in Lüdenscheid
Weltruhm genießt die Erco GmbH aus Lüdenscheid. Bei vielen internationalen Prestige-Objekten der Architektur ist Erco mit dabei. Das Unternehmen erleuchtete beispielsweise den Louvre in Paris, das British Museum in London, den Reichstag in Berlin und das Brandenburger Tor.
Fünfzehn Prozent der in Deutschland gefertigten Leuchten kommen aus dem Märkischen Kreis. Die Entwicklung der Licht- und Leuchtenindustrie ging einher mit der Blüte der elektrotechnischen Zuliefererindustrie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Im Kreisgebiet sind zahlreiche Automobilzulieferer ansässig, die sich mittlerweile zu Systemlieferanten entwickelt haben und für ihre Kunden Forschungs- und Entwicklungsaufträge übernehmen. Hochqualifizierte Ingenieure konzipieren und fertigen sensible Elektrosysteme für das Auto von morgen. Präzisionsgeschmiedete Bauteile aus Stahl, Aluminium, Nickel oder Titan, die Herstellernamen wie beispielsweise Otto Fuchs tragen, finden in Mountainbikes ebenso Verwendung wie in Jet-Fahrwerken oder ABS-Systemen. Ein Audi, BMW, Volvo oder Alfa Romeo ist erst komplett, wenn die von der Friedrich Linden GmbH hochglanzpolierten Markenembleme angebracht sind. Münzen und Rohlinge für das Kleingeld vieler Länder - beispielsweise bei der Einführung des Euro - kommen aus der Presse der ThyssenKrupp VDM GmbH in Werdohl. Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wird bei der Firma Steinhauer & Lück GmbH in Lüdenscheid hergestellt.
Metallerzeugnisse auf Stapel
Mehr als 50 Prozent aller deutschen Hersteller von Schrauben, Federn und Stanzteilen produzieren im Märkischen Kreis und machen ihn damit zu einem der bedeutendsten Zentren der Metallverarbeitung Europas. 361 Betriebe mit rund 36.600 Mitarbeitern in der Metallerzeugung bzw. -bearbeitung belegen eindrucksvoll diesen Status. Ein weiteres starkes Standbein der Region ist die Kunststoffverarbeitung. Die Vielfalt und Innovationskraft der Branche ist beeindruckend. So konnte sich dieser Wirtschaftszweig nicht nur durch Spezialmaschinenbauer, wie etwa die in Meinerzhagen ansässige Battenfeld GmbH, einen weltweit hervorragenden Namen machen. Auch die Firmen Hugo Meding aus Halver für den Bereich der pharmazeutischen und kosmetischen Packmittel sowie Meise Medizintechnik für Blutplasma- und Transfusionssysteme sind ein Beleg für das dynamische Wachstum in dieser Branche.

Nicht nur in den klassischen Wirtschaftsbranchen findet man im Kreisgebiet Unternehmen, die als "global player" agieren. Auch in eher "exotischen" Bereichen wie zum Beispiel der Spielzeugwarenherstellung ist der Märkische Kreis, speziell Lüdenscheid, ein Begriff. Seit Generationen spielen kleine und große Kinder mit Produkten der Sieper Werke, den SIKU-Autos, oder mit Gesellschaftsspielen der Jumbo Spiele GmbH aus Herscheid.

Im Dienstleistungssektor ist eine beachtliche dynamische Entwicklung festzustellen. Trotzdem wird die Region vielfach vorrangig als traditioneller Industriestandort eingestuft. Oft zu Unrecht. Viele Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren vom ausschließlich produzierenden Betrieb zum Dienstleister entwickelt. Sie bieten nicht nur Produkte, sondern umfassende funktionelle und wirtschaftliche Problemlösungen an. Gerade der tertiäre Sektor bietet Wirtschaftsregionen ein enormes Wachstumspotenzial. Die großen Wachstumsmärkte wie die Gesundheitswirtschaft, Gebäudetechnik, der Bereich "Neue Medien und Informationstechnologien" bieten für zahlreiche kleine und mittelständische Firmen vielfältige Möglichkeiten der Diversifizierung und somit der Existenzfestigung.

Dass es eine gut funktionierende Medienszene nicht nur in den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr geben kann, beweisen die zahlreichen klein- und mittelständisch ausgerichteten Betriebe der IT-Branche. Zwischen Iserlohn und Meinerzhagen steht eine Vielzahl junger Firmen für innovatives Denken in technologieorientierten und zukunftsgerichteten Dienstleistungssegmenten. Einige Vertreter dieser "New Economy" haben sich in dem Verein "Neue Gilde" zusammen geschlossen. Internet-Provider, Web-Designer, Werbeagenturen, Software-Dienstleister und Druckhäuser haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, die E-Business-Kompetenz in der Region darzustellen und den Einsatz von Informationstechnologien (nicht nur) in der Wirtschaft zu fördern. Obwohl die "Neue Gilde" regional verankert ist, ist sie überregional tätig.