Die Landschaft

Segelboot auf See
Es ist ein Privileg, in einer Landschaft zu leben und zu arbeiten, in der andere Urlaub machen. Ein Schritt vor die Tür genügt und man ist in einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft mit weiten Höhen und engen Flusstälern. Das Bild der Region ändert sich mit den Jahreszeiten. Das leuchtende Gelb der Raps-Anbauflächen im Frühling wechselt mit dem satten Grün der Wiesen und Felder im Sommer. Die kräftigen Farben im Herbst beherrschen die Höhenzüge, der Schnee überzuckert das Land im Winter.

Der Märkische Kreis steckt voller Gegensätze. Die vielfältigen landschaftlichen Reize täuschen leicht darüber hinweg, dass die Region seit je her industriell geprägt ist. Dank Wasserkraft, Holzreichtum und Eisenerzvorkommen wuchs bereits vor mehreren Hundert Jahren, lange vor dem Ruhrgebiet, eine tragende klein- und mittelständische Industrie heran.
Gegensätze können eine Spannung erzeugen, die zerstört oder zur Ergänzung führt. Letzteres trifft für die Wirtschaftsstruktur des Kreises zu. Er ist zwar Naherholungsgebiet für die Großstädte im Ballungsraum der Ruhr, aber nicht ländlicher Raum, sondern besitzt selber eine hochentwickelte Industrie der Verarbeitung von Metallen und Kunststoffen zu Gebrauchsgegenständen. In den meist mittelständischen Unternehmen arbeiten hochqualifizierte Arbeitnehmer.

Mit einer Fläche von 1.058,96 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von 459.502 ist er der neuntgrößte Kreis in der Bundesrepublik. Schon die Topographie weist die große Unterschiede auf. Aus dem Ruhrtal (106 m über NN), das die Städte Menden und Iserlohn nach Norden abgrenzt, steigt eine Mittelgebirgslandschaft bis zur Nordhelle im Süden auf, die 663 m über NN liegt. Den flachen Kuppen und Hügeln im Norden und Osten des Kreises, von der Landwirtschaft bewirtschaftet, stehen die engen Täler und steilen Hänge des Ebbegebirges im Süden gegenüber, die stärker forstwirtschaftlich genutzt werden. In den Tälern der Lenne und Volme siedelten sich schon früh Industriebetriebe an.
Wiesenlandschaft mit Haus und Bäumen im Hintergrund
Die äußerst reizvolle Landschaft ist mit ihren tiefen Wäldern und zehn Talsperren insbesondere an Wochenenden das Ziel naturhungriger Bewohner des nahen Ruhrgebietes. Sie bietet aber auch der werktätigen Bevölkerung mit ihren vielfältigen Sport- und Erholungsmöglich-keiten Gelegenheit, sich nach getaner Arbeit zu entspannen.
Nur gut 15 Prozent des Märkischen Kreises sind bebaut. Der Rest sind Wald, landwirtschaftliche Fläche oder Wasser. Rund 50 Prozent der Fläche sind als Naturparke Ebbegebirge und Homert ausgewiesen. 56 Naturschutzgebiete ermöglichen uneingeschränkte Naturerlebnisse und leisten einen Beitrag zum aktiven Umweltschutz. Zehn herrlich gelegene Flüsse und Seen geben der Landschaft ihre typische Prägung.

Die meisten Städte im Märkischen Kreis weisen ein hohes Alter auf. Sechs von ihnen besaßen schon im Mittelalter das Stadtrecht: Iserlohn (1237), Lüdenscheid (1267), Menden (1278), Neuenrade (1355), Altena (1376), Plettenberg (1397) und Balve (1430). Die Stadtgrundrisse, die alten Kirchen und Bürgerhäuser sind Zeugen dieser stolzen Vergangenheit. Ein reicher Schatz an Kunst wird in den Kirchen, Burgen, Schlössern und Museen aufbewahrt und gepflegt. Ein vielgestaltiges Kulturleben findet sich in allen Städten und Gemeinden. Theater, Musik, Jugendmusikschulen und Institute der Erwachsenenbildung bieten für jeden Geschmack etwas. Zahlreiche moderne Künstler leben im Kreis.

Der stark industriell geprägte Kreis erkennt zurzeit wie viele andere Industrieregionen, dass eine hohe Lebensqualität durch steigenden Kultur- und Freizeitwert nicht nur die ortsansässige Bevölkerung an ihren Standort bindet, sondern auch die in der Industrie so dringend benötigten Fachkräfte zuführen hilft. Hochwertige Freizeitangebote liefern das notwendige Erholungs- und Freizeitpotenzial für den Stress geplagten Berufstätigen.
Schneedecke mit Wald im Hintergrund
Damit ergeben sich für die Tourismusförderer neue Aufgabenfelder und gleichzeitig verheißungsvolle Zukunftsperspektiven. Nicht mehr ausschließlich den Urlauber oder Tagesgast gilt es zu umwerben, sondern auch und vor allem die heimische Bevölkerung sowie ortsansässige Unternehmen. Aber auch Betriebe und Fachkräfte von außerhalb, die auf Standortsuche sind, legen heute verstärkt Wert auf umfassende kulturelle und touristische Angebote.
Der Märkische Kreis besitzt mit seinen technischen Denkmälern, der Burg Altena sowie dem Deutschen Drahtmuseum historische Schätze von hohem touristischen und kulturhistorischen Wert. Viele originelle Museen, die drei Tropfsteinhöhlen (Dechenhöhle, Heinrichshöhle, Reckenhöhle) oder die beliebte Museumseisenbahn in Herscheid-Hüinghausen sind ebenso lohnende Ziele wie beispielsweise das malerische Hönnetal.